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VII - Back In The East


This journey concludes in the East. From tropical north of Queensland all the way back to Sydney.

Zurück im zunächst tropischen Osten. Dies ist der letzte Teil der Reise.

:: VI - Darwin to Townsville

20 images :: Australia :: 1993


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Townsville und Magnetic Island

20. 2. 93, 5.40 pm, Tropos Rar, Magnetic Island, Queensland

Gestern hat mich Jushua, einer meiner Mitfahrer aller Wahrscheinlichkeit nach bestohlen. Nachdem ich so viele nette Leute kennengelernt habe bin ich leichtsinnig geworden. Doris bot mir immer ein gutes Versteck für mein Cash. Diesmal bot sich keine Gelegenheit, es zu verstecken und ich rechnete auch nicht mit der Dreistigkeit dieses Typen.

Ich hab ihm sogar noch scherzhaft gesagt, ich hätte zuviel Geld einstecken. Das hat er wohl allzu wörtlich genommen.

Letztlich muß man sich damit abfinden, daß sowas halt mal passiert. Soll ich jetzt keinem mehr trauen, meine Sachen nicht mehr unbeaufsichtigt lassen oder jeden als potentiellen Dieb betrachten? Klar - ich war ganz schön enttäuscht von Joshua, aber auch von mir, weil ich die kleinen Zeichen nicht bemerkt habe, die mich vorsichtiger hätten werden lassen müssen.

Nach Abrechnung meiner MasterCard hab ich bis jetzt ca. A$ 6000 ausgegeben, was doch recht wenig ist, wenn man bedenkt, daß ich das Auto noch verkaufen werde.

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Also trinke ich hier ein Bier und denke an meinen ersten wilden Koala, den ich vorhin auf einem Eukalyptusbaum entdeckt habe und bin wieder recht gelassen, nach der langen Wanderung eben.

Marion hatte mir den Tip gegeben. "Wenn du einen Koala sehen willst, geh nach Magnetic Island" und sie hat recht behalten.


Mein erster wilder Koala. Er war ganz schön munter. Ich hätte ihn anfassen können. Das läßt man aber lieber, denn so toll finden sie es nicht und dann sollen sie auch ganz schön beißen und kratzen können.

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Cairns - es wird tropisch

Versuch eines Photos, daß man nicht schießen kann: einen Eindruck vom tropischen Regenwald.

22. 2. 93, 7.45 pm, Rosie's BP., Cairns, Queensland

Auf dem Weg nach Cairns zwei wunderschöne Swimmingpools, bzw. Wasserfälle mitgenommen. Der eine war ein richtiger natürlicher Erlebnispark. Mit Liane, Wasserfall-Rutsche, Aal der sich füttern ließ und natürlich Plätzen zum schwimmen und sonnen.

Es wird voller, es gibt wieder mehr Menschen, man ist nicht mehr alleine bei den Sehenswürdigkeiten. Im Westen grüßten sich alle entgegen kommenden Autos, hier sind es zu viele. Man geht auch wieder aneinander vorbei, ohne was zu sagen.

Ich bin vorhin durch die Straßen von Cairns geschlendert, um ein paar Besorgungen zu machen. Diese Stadt hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Von den Tropen ist nichts zu sehen und Strände zum schwimmen gibt's auch keine.Es ist sehr touristisch hier. Zum Beispiel diese seltsamen Kneipen mit noch seltsameren Spielen, wo an Gummiseilen angebundene Männer den Frauen mit dem Mund Negerküsse zwischen den Beinen wegessen müssen.

Wer seinen Australien Trip nur hier verbringt hat das wahre Land nicht gesehen (Oder doch?). Zum Glück gibts auch andere Seiten. Und es ist gut, daß ich inzwischen immer schon vorher von anderen erfahren habe, welche Backpacker nett sind.

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Taka II - Dive Adventure

25. 2 .93, lO.20 pm, Taka II, Great Barrier Reef

Jetzt liege ich in meiner Koje, ausgelaugt von acht Tauchgängen in zwei Tagen.

Heute morgen der Deep Dive für den Advanced Kurs führte in 30 Meter Tiefe. Ich hatte mächtig Respekt davor, so tief zu gehen und fühle mich wirklich sicherer, wenn ich nicht ganz so weit weg von der Oberfläche tauche.

Die ersten beiden Tauchgänge führten zum Cod Hole. Dort leben einige gigantische Potato Cods, die inzwischen daran gewöhnt sind, gefüttert zu werden. Dort dabei zu sein gehört zu den zehn schönsten Dive-Erlebnissen der Welt, sagt man.

26. 3. 93, 7.l5 pm, Rosie's, Cairns

Wieder bei Rosie's, ein Rückblick:

Die Taka II war eine Nummer größer und professioneller, als die anderen Boote, mit denen ich vorher unterwegs war. Das Essen von Niki und Niki war phantastisch, die Crew locker und un verkrampft, jeder hat die Fahrt genossen. Auch die Kabinen waren top, - sauber, bequem und dank Klimaanlage auch noch kühl.


Gearing up...

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Cod Hole

Die Potato Cods, das sind Zackenbarsche, waren mit Abstand die größten Fische, die ich bisher gesehen habe. Auf 110 Kilogramm Gewicht bringen es die Burschen. Mit starrem Gesichtsausdruck, irgendwie ernst blickend, schweben sie vorbei. Das Feeding war wirklich, ein verrücktes Spektakel. Taucher, Potato Cods, Napoleonfische und andere, alles schwimmt durcheinander. Zwei große Muränen sollen, auch dabei gewesen sein, ich hab sie aber nicht gesehen. Die Barsche lassen sich geduldig anfassen, ihre Haut ist ganz glatt und glitschig.

Später noch zwei schlafende Riffhaie aufgescheucht. Dann lugten noch zwei Fühler einer Languste aus einer Höhle und toll anzusehen war auch der riesige blaue Maori Wrasse, auf deutsch Napaleonfısch.

Pixies Reef

Wieder zwei Haie gesehen und diesmal auch noch eine Gruppe von vier Baracudas. Dazwischen Tausend und Abertausend kleine bunte Aquariumsfısche.

Watch a YouTube video from the Cod Hole ...

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Challenge Bay

Mit der Taschenlampe in der Hand und einem kleinen grünen Leuchtstab auf dem Rücken bewegen wir uns unter der hell beleuchteten Taka II wie in einem Science Fiction Film. Es ist Nacht.

Ein ca. ein Meter langer Baracuda schwimmt die ganze Zeit dicht hinter mir. Jedesmal wenn ich ihn anleuchtete geht er auf Distanz, um dann plötzlich wieder einen Meter neben mir aufzutauchen. Als ich ihm hinterher leuchte fallen die Strahlen der Taschenlampe auf zwei schlafende Fische und wie der Blitz schnappt sich der Baracuda beide auf einmal. Deshalb hat er uns wohl die ganze Zeit verfolgt. Später erwischt er noch einen etwas größeren Fisch.

Fast alle Fische schienen zu schlafen, bis auf eine Sorte, die ein kleines Horn auf der "Nase" hatte. Es war gar nicht so dunkel, wie ich dachte, selbst als wir alle die Lampen ausmachten konnte man noch einigermaßen was sehen.


Ein schlafender White Tipped Reef Shark mit zwei Putzerfischen.

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Temple Of Doom

Zwei violette Squids, das sind Mitteldinger aus Tintenfisch und Schnecke, schweben über den Korallen. Während wir zweimal um die Felsendome herum tauchen begegnen wir unter anderem neugierigen Trigger Fischen, schwarzweißen Butterfly Fischen oder diesen langen dünnen Fluteheads.

Beim zweiten Tauchgang üben wir das Navigieren. Inzwischen fällt es mir nicht mehr schwer, das Boot wiederzufınden. Mit Kompaß und natürlichen Merkmalen gelingt es eigentlich immer, direkt unter dem Boot wieder aufzutauchen. Es ist jedesmal ein schönes Gefühl, wenn in dem Blau des Wassers plötzlich der Rumpf der Taka II auftaucht.

South Escape Reef

Den Dämmerungs-Tauchgang haben Richard und ich nach 25 Minuten abgebrochen. Meine Taschenlampe ist voll Wasser gelaufen und ich hab kaum was gesehen.

The Maze

Der wohl interessanteste Tauchgang, dank der Höhlen und engen Durchgänge. Richard wollte leider nicht immer mitkommen. Eine riesige Muschel, über einen Meter groß und den bislang einzigen Stingray gab's noch zu sehen.

Three Sisters

Wieder Tausende kleiner Fische und viele unterschiedliche Korallenarten, einen riesigen Na poleonfisch und einen roten und einen gelben Fiutehead gesehen.

Zusammengefaßt eine super Tauchfahrt, A$ 420 für zehn Tauchgänge inklusive Advanced Open Water Kurs und kompletter Ausrüstung, Unterkunft und Verpflegung, war keinen Dollar zu viel.

Richard, mein Amerikanischer Buddy war überaus still und hat sich nur umsich selbst gekümmert, auch beim Tauchen selbst. Nicht ungefährlich und auf jeden Fall eine kleine Enttäuschung.


Die Weihnachtsgrüße bekam ich 9 Monate später.

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Atherton Tablelands

27. 3. 93, Reef Lodge, Townsville QLD

Wieder unterwegs, die letzte Etappe hat begonnen. Fahre mit zwei soliden, unkomplizierten Iren, Marion und Andy.

Die Tablelands liegen in 1000 Meter Höhe wie eine Welt für sich. Es sieht dort europäisch aus. Sogar Holsteiner Kühe grasen auf den Weiden

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Gleichzeitig gibt es in den tiefer gelegenen Regionen tropischen Regenwald und einige Wasserfälle.

Beeindruckend war auch der erloschene, jetzt mit gelbem Wasser gefüllte Vulkankrater. Siebzig Meter tief ist er mindestens mit Wasser gefüllt, wie es dann weiter geht weiß keener.

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29. 3. 93, Jolly Jumbuck, Noosa Heads QLD

Hier spurt man die Nähe von Surfers Paradise. Klar die Strände waren toll. Auf dem Parkplatz flogen bunte Papageien. Sogar ein Koala schlief in einem Baum, hoch oben, und große Guanas, das sind Echsen, krabelten zwischen den Touristen umher.

Aber in der Stadt sind Hotels und Bars wie an der Leine aufgereiht. Es sieht fast aus wie auf Langeoog.

Wir wollten unterwegs in Eunella die sagenumwobenen Schnabeltiere (Platypus) sehen. Diese skurrislsten Bewohner Australiens tragen einen Schnabel und legen Eier, sind aufer Beuteltiere und, wie könnte es auch anders sein, haben einen Giftstachen an den Hinterbeinen.

Gesehen haben wir keines. Die Locals meinten man erkenne sowieso nur einen Schatten in der Dämmerung. Also warteten wir nicht bis es dunkel wurde.

Der Weg dorthin führte über die steilste Auffahrt die ich je gefahren bin. Im ersten Gang war es gerade so möglich dort hoch zu kommen.


Eunella NP. Wenn man geduldig ist soll man hier Schnabeltiere beobachten können. Diese eierlegenden Wasserbeuteltiere mit Schnabel, Fell und Schwimmflüßen. Als die ersten Exemplare in England ankamen dachte die Wissenschaft noch sie wären Fake. Wir hatten nicht genug Geduld.

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Noosa Heads

Queensland - man muß wohl etwas länger hier bleiben. Ich bin müde vom reisen. Ich hab so viel gesehen, es gibt eigentlich nichts mehr was mich noch staunen läßt.

An dieser Stelle auch ein kurzer Nachtrag auf mein Zelt, was irgendwie nicht mehr da ist.


Ein ca. 50cm langer Guana hängt an einem Baum. Diese Echsen können bis 2m lang warden.

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Der Kookaburra, dessen Gesang wie ein Lachen klingt und den man oft in Tarzan Filmen zu hören bekam.

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Ein Strand bei Noosa Heads.

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Byron Bay

Cape Byron, der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Links im Hintergrund sind die Julian Rocks zu sehen. Ein beliebter Ort zum Tauchen.

30. 3. 93, 9.20 am, YHA Byron Bay, NSW.

Gestern um 11 Uhr nachts mußten plötzlich alle den TV und Aufenthaltsraum verlassen. Ich habe echt gestaunt. Meine erste Jugendherberge. Morgen suche ich mir wieder ein Backpackers.

Marion und Andy setzte ich in Brisbane ab. Ich hatte keine Lust auf diese Großstadt, bin im Dunkeln noch nach Byron Bay weitergefahren. Hier braucht man keine Angst mehr vor Känguruhs zu haben.

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7. 4. 93, l1.30 am, Coogee Beach, Sydney

Jetzt warte ich auf Doris. Kurz vor Schluß braucht sie noch eine neue Lichtmaschine. Byron Bay war eine schöne Erholung, nach all den vielen Kilometern. Als Marion und Andy in Brisbane ausgestiegen sincl, wollte ich auf keinen Fall dort bleiben sondern alleine weiter reisen. Das erste mal nach zwanzigtausend Kilometern immer mit Mitfahrern.

Das Backpackers war auch sehr gut. Ich hab mich nicht urn Leute gekümmert und trotzdem einige kennengelernt.

Auch drei Tauchgänge an den Julien Rocks waren gutter Grund, länger dort zu bleiben. Es gab all die Sachen dort unten, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte.

Wunderschöne, blauschwarze Eagle Rays mit weißen Punkten schwebten an uns vorbei. Mit ihren zwei Meter langen Stacheln sehen sie aus wie Papierdrachen im Wind.

Zwei kleine Murray Eals, also Muränen hab ich auch endlich gesehen. Die eine kam aus den Korallen heraus, schlängelte kurz umher und verschwand dann wieder.

Und die gigantische Schildkröte drückte sich in eine Vertiefung im Fels. Ich habe den Panzer angefaßt. Wenn wir sie in Ruhe gelassen hätten, wäre sie in kurzer Zeit weggeschwommen.

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Am meisten beeindruckte mich aber diese Gorge, die immer enger wurde und die Strömung immer stärker. Am Ende in einer Verbreiterung wiegten dann Tausende Fische hin und her. Wir schwammen in den Schwarm hinein und sie bewegten sich nicht zur Seite. Auf dem Grund warteten anderthalb Meter lange Wobbigong Sharks auf ihre kurze Chance, einen der unvorsichtigen Fische durch eine explosionsartige Bewegung zu überraschen.

Wieder in Deutschland erfahre ich, daß kurze Zeit spatter ein sechs Meter langer Weißer Hai einen der Tauchlehrer beim Sicherheitsstop während des Auftauchens angreift und tötet. Unfälle mit Haien sind extrem selten. Es gab jahrelang überhaupt keinen mehr in Australien. Gefährdet sind vorallem Surfer, deren Silhouette von unten an die einer Robbe erinnert.


Letzter Blick über den Strand in Byron Bay.

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Gestern habe ich Colette, Wendy, Riannan und Jason in Glebe wieder getroffen. Die letzten Tage warden bestimmt nett.

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Easy Going

11. 4. 93, 2 pm, Rocco's Manly

War eben zum Abschied noch zweimal tauchen.

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Zwei Nächte bei Jason geschlafen, der in einem ehemaligen Warenhaus wohnt. Gestern mit Jacqui zwei Stunden am Strand Kaffee getrunken. Es wird Herbst in Sydney.

Das Auto gebe ich Jacqui, sie soll es fahren und irgendwann verkaufen. Im Car Park herrschte eine Stimmung der Aussichtslosigkeit. Viel zu viele Autos und wenig Käufer. Doch wir haben viel Spaß da unten gehabt, kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Dereine Tag endete in einem großen Besaufnis, weil jeder der sein Auto verkaufte einen Karton Bier ausgeben mußte.

Die letzten Tage in Glebe waren sehr schön, ein guter Ausklang. Ich fahre ohne Wehmut nach Deutschland zurück. Vorher darf ich _ja auch noch eine Woche in San Francisco bleiben.

Ich bin zufrieden mit mir und der Welt und nehme das Leben so wie es kommt. Das ist Easy Going.

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