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Part 2 - Sydney


Part 2 of my third Journey to Australia.

Teil 2 meiner dritten Australienreise

:: Part 3 :: Part 1 (San Francisco)

13 images :: Sydney :: 1996


Sydney - Kings Cross

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Previous image (01):

Sydney, Jolly Swagman, 2/1/96, 12 pm

Auf dem Dach des Backpackers suche ich etwas Muße. Schon den vierten Tag bin ich hier in Sydney. Die Sonne ist noch nicht so richtig durch die Wolken gekommen, heiß ist es trotzdem. Zuviel getrunken hab ich, dazu das zweite Jetlack ... das macht mich nicht ganz so fit, aber immer noch fitter als in Germany.

Gestern hatten wir ein richtiges Aussie Erlebnis: Wir waren schon des öfteren in diesem netten Pub, auf der anderen Seite der William Street, der von Engländern weitgehend verschont ist. Beim Pool spielen lernten wir zwei Gays und einen Guy kennen. Die drei haben uns auf ihren Dachgarten mitgenommen und der war wirklich toll. Ein großer Swimmingpool mit Glaswänden gegen den Wind. Dort konnten wir mit ein paar Dosen Bier den Blick über die Skyline bestaunen. So läßt sich das Leben genießen.


Ansonsten das ganze Programm abgespult: Coogee, Bondi, Manly. Chris meint, ich wäre ein wandelnder Reiseführer. Außerdem korrigiert er immer mein Englisch, daß wirklich nicht so toll ist. Aber manchmal hat er einfach unrecht, denn hier in Australien heißen einige Dinge eben anders.

Ich habe jetzt schon viele Klamotten gekauft. Und Oldenburg ist schon weit, weit weg...

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Friday Night

Sydney, X, 5/1/96, 12.20 pm

Schon wieder Pool spielen gewesen und mit Leuten gequatscht. Es gab ne Queen of the Night zu bestaunen. Ich war zu besoffen, sie anzusprechen.

Das Wetter ist verrückt; - 22°C, Regen, kaum Sonne. Wir waren trotzdem in Coogee baden.

Die Nummer von Jacqui ist falsch und bei Colette war niemand da.


Sydney, X, 6/1/96, 9 pm

War gerade mit zwei Däninnen am Aquarium, aber selbst nicht noch mal rein gegangen.

Mit Kathy habe ich telefoniert, war schön mal wieder eine bekannte Stimme zu hören.

Und ich war schon wieder einkaufen... zwei T- Shirts und eine Cap.

Ich hab einen Brief an Thomas geschrieben. An die WG denke ich nicht gerne, denn irgendwie ist die Situation total verfahren.

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Coogee Beach

Coogee, 10/1/96

Hier in Coogee ist es doch am schönsten.

Morgens erst mal ein kurzes Bad nehmen. Danach Duschen und Frühstücken auf der Terrasse des Cafe's mit dieser Aussicht.

Chris fährt morgen mit seinem neuen Auto Richtung Süden. Ich hätte mitfahren können, doch ich habe andere Pläne. Also muß ich mir ein neues Zimmer suchen. Die Zeit vergeht langsam, oder schnell. – Nein, es ist als bliebe sie stehen und ich wäre in einem Zeitloch gefangen.

Jacqui hab ich besucht. – es war merkwürdig. Ja – ich war enttäuscht. Es war so als wenn ich jeden Tag vorbeikommen würde. Morgen fahr ich zu Pete und Veronika.

Die Wellen sind jetzt gerade ganz nett und ich bereue, daß ich keine Schwimmsachen mit habe. Ich bin auch an der Grenze zum Sonnenbrand.

Alle möglichen Leute habe ich schon kennengelernt. Und das obwohl ich mich eher leicht abweisend verhalte. Australien ist das Land der Alleinreisenden. Und Oldenburg ist wieder total weit weg. Elina und Sandra sind mir fremd. Elina möchte das es wieder so wird wie es nie gewesen ist... Ich wüßte nicht was ich ihr schreiben sollte. Lieber sehe ich noch etwas den Wellen zu.

Coogee, 14/1/98

Meine erste Nacht im Grand Pacific Hotel, direkt am Strand von Coogee. Ein komischer Ort, viele ausgezehrte, ältere Herren, Alkoholiker Pärchen, usw. Aber ich wollte nicht in so einem versifften 10 Mann Zimmer mit tausend aufgedrehten Engländern schlafen. Ich muß erst mal etwas Ruhe haben.

Habe mit einer Frau in mittleren Jahren gefrühstückt, hier im Café direkt um die Ecke. Sie hat mich zu ihrem Ferienhaus eingeladen, daß sie und ihr Mann sich von Glenn Murcutt bauen haben lassen. Jacqui hat gesagt das wäre der australische Architekt.

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Collaroy

Wie schon erwähnt, Jacqui ist sehr busy.... und Jason ist unterwegs.

Veronika und Pete ein paar Tage in Collaroy besucht. Gestern waren wir dann abends noch bei einem Feuertheater direkt an der Oper. Man sollte mit den Artisten tanzen. Es wurde vorher geschrieben, daß man feuerfeste Kleidung anziehen und Schirme mitbringen sollte. Die hätte man auch gebrauchen können.

Phantasiemaschinen wurden ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menge geschoben und überall zischte und funkte es. Dazu die Kulisse der Oper in der Nacht, beeindruckend. Der ganze Platz war ausgefüllt von Menschen, Maschinen und Feuer.

Jetzt bin ich müde. Pete und Veronika haben zwar einen süßen, unkomplizierten Sohn. Doch das Leben ist durch ihn schon anders. Tim hier und Tim da... früh aufstehen und ins Bett gehen... Leider nicht ganz das was ich mir im Urlaub wünsche.

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Coogee am Sonntag: Die Wellen waren heute sehr hoch. Ich schreib jetzt mal drei Meter, nur um zu verdeutlichen, daß sie etwa einen Meter höher waren als sonst.

Ich hatte die Welle meines Lebens... es hat viel Spaß gemacht. Zuletzt bin ich noch zweimal mit einem schottisch aussehenden Kamikaze Surfer zusammengestoßen. Hab mir das falsche Bein etwas verrenkt.

Viel Sonne gabs heute auch und das merke ich leider.

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Circular Quay

Domain, 16/1/96

In der Art Galery war eine Ausstellung von High School Schülern und die war wirklich toll. Besser als das, was ich von den Oldenburger Kunststudenten so gewohnt bin. Vor allem technisch waren die Sachen ausgereift. In Oldenburg klatschen die Studenten irgendwas unüberlegt auf die Leinwand und meinen dann, sie hätten sich vom Augenblick inspirieren lassen. So kann man es auch nennen, wenn man nicht weiß, warum man überhaupt irgend etwas darstellen will. – Die Oldenburger Uni ist ja auch mehr eine Pädagogen-Uni.

Dann habe ich mir noch eine ganze Nacht mit Biggi aus München um die Ohren geschlagen. Wir sind von einer schlechten Kneipe im X zur nächsten gezogen.

Seitdem habe ich schon zwei Tage mit keinem mehr geredet.

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Circular Quai, 22/1/96 nachts

Biggi ist nach Neuseeland abgefahren. So richtig nah sind wir uns nicht gekommen. Ich bin halt nicht hier, um nur zu zocken. Sie ist Rechtsanwältin, kaum vorstellbar bei ihrem Temperament.

Dann war ich noch mal bei Pete und Veronika.

Jacqui hat unsere Verabredung abgesagt und deshalb bin ich enttäuscht von ihr. Dummerweise hab ich der WG ihre Adresse für Post gegeben.

Elina und Sandra habe ich endlich (zwei getrennte) Briefe geschrieben... alles Gründe zu grübeln und deshalb ist heute ein minus Tag.

Bei Jason und Gill bleibe ich jetzt erst mal. Die beiden sind wirklich sehr nett.

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Newtown

Newtown, 23/1/96 11:15 pm

Lange geschlafen, dann die Badesachen gepackt und mit der Fähre nach Manly gefahren. Dort war‘s aber recht kühl. Also bin ich gleich wieder zurück. Kaum wieder am Circular Quai angekommen wurde es auch schon richtig warm. Also bin ich auf nach Bondi, dort kurz ins kühle Wasser und anschließend bei einer Live TV Übertragung nach England zugesehen. Wieder zurück nach Newtown und TV geglotzt.

Etwas planlos und introvertiert bin ich schon. Ich könnte ja auch abends einfach mal alleine in die Darlow Bar gehen.

Bild: Die Dry Cleaners in der King St. Oben in der ehemaligen Näherei wohnen Jason und Gill

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Big Day Out

Newtown 26/1/96

Prodigy und Tricky: Es war heiß wie die Hölle im Pavillon, der seinem Namen Boiler Room alle Ehre machte.

Tricky war sehr interessant, das ist wohl der richtige Ausdruck. Prodigy im Boiler Room war die reine Power. Die Ganze Halle hat getanzt. Es war das letzte Konzert des Abends.

Davor waren Headliner Porno for Pyros, die ich vorher nicht kannte auf der Hauptbühne. Es war eine gute Show mit vielen dramatischen Bühnenbildern. Auch die Musik paßte gut dazu. (Umgekehrt).

Nick Cave dagegen langweilte mich, obwohl Kylie Minogue für den einen Hit auf die Bühne kam.

Elastica waren super, nur zu kurz, Sie waren für mich der heimliche Hit.

Ammonia bleiben noch zu erwähnen und einige andere, deren Namen ich vergessen habe.

Super Stimmung 100.000 Leute, darunter viele Kids. Viele interessante und einige schöne Menschen waren zu sehen, ein paar smalltalks gab's für mich und viel gerenne neben etwas Einsamkeit unter all den Leuten.

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Heute war ich dann noch mit Gill und Viona im Wylie Bath. Ein Rock Pool am Meer, das recht rauh war. Die Wellen knallten gegen und über die Mauer und verwandelten das sonst ruhige Wasser zur Erheiterung der Leute in ein Wellenbad.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich noch willkommen bin, in Newtown. Oder ob es langsam Zeit wird zu gehen. Gäste sind wie Fisch, nach einer Woche fangen sie an zu stinken.

Braun bin ich wie die Nacht. Sushi entwickelt sich zu meinem Leibgericht. Ich fühl mich ziemlich gut, auch körperlich. Die Sonne und das Meer machen mich zufrieden müde und dann macht es auch Spaß, gute Musik zu hören.

Chris wollte eigentlich anrufen, damit wir uns in Perth treffen können. Leider war ich gar nicht in Collaroy. Jetzt muß ich eine Entscheidung treffen: soll, muß oder darf ich alleine nach Perth reisen?

Nick Cave and Kylie Minogue - Big Day Out 1996 ...

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Above image:

Newtown 29/1/96, 11:30

Außer heute war ich viel mit Gill und Jason unterwegs.

In Bondi, zum Beispiel, wo die Wellen zum Bodysurfen für mich zu hoch waren. Nur einige Wahnsinnige waren draußen.

Dann in Tamarama, die nächste Bucht nach Bondi, wieder mit sehr hohen freak waves. Ich hab mich raus getraut und als ich eine Welle nahm hat sie mich bei ausgestrecktem Körper einmal wie ein Rad um die Achse gedreht. Zum Glück hatte ich keinen Kontakt zum Sand. Danach bin ich aber lieber raus aus dem Wasser.

Abends mit Libi und Nick noch bis in die Nacht Karten gespielt. Ashole, das Lieblingsspiel der Australier.


Above right image:

Und gestern schließlich mit Michelle und Matt im Norden, am Strand und in einer geschützten Bucht gewesen. Viele neue Seiten Sydneys gesehen. Wie Jason sagte: manchmal ist es wie Urlaub, hier zu leben.

Es war heiß, fast nicht auszuhalten wegen der 74% Luftfeuchtigkeit.

Jetzt bin ich k.o. Fliege gleich nach Perth. Es war wirklich gut hier im Warehouse.

Bild: Jason sitzt an einer der innenliegenden Buchten in North Sydney


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